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Bionik

Lernen von den Besten

Die Wissenschaftsdisziplin Bionik beschäftigt sich systematisch mit der Erforschung der Ergebnisse biologischer Evolution und deren Umsetzung in neuartige, innovative Produkte und Technologien. Tatsächlich offeriert die belebte Natur eine immense Vielfalt potenzieller Problemlösungen, die in Milliarden Jahren evolutiver "Entwicklungsarbeit" entstanden. Zwar fehlen heute vielfach noch die Möglichkeiten, alle in einem Organismus realisierten Optimierungskriterien erfassen zu können, dennoch beinhalten biologische Materialien, Strukturen und Prozesse ein enormes Potenzial.


Zu den wissenschaftlichen Herausforderungen zählen daher deren Analyse und der Transfer der Befunde in die Anwendung. Ziel hierbei ist die Entwicklung neuer Konzepte, Produkte und Verfahren, die weit über alles hinausgehen, was heute technologisch machbar erscheint.



Angesichts der hochkomplexen Organisationsstrukturen müssen Einzeldisziplinen in dem Versuch, von der Natur für eine potentielle Anwendung zu lernen, nahezu zwangsläufig versagen. Hier sind der inter- wie auch der transdisziplinäre Dialog unabdingbar, daher ist Bionik nicht zuletzt auch eine Disziplin der Kooperation und Kommunikation.

Der Bionik-Standort Hochschule Bremen

2003 etablierte die Hochschule Bremen mit dem Internationalen Studiengang Bionik (B.Sc.) den weltweit ersten grundständigen Bionik-Studiengang. Damit nimmt sie auf dem Bildungsmarkt national wie international eine Vorreiterrolle ein. Das 7-semestrige Bachelorstudium wird seit 2008 durch den 3-semestrigen, konsekutiven Masterstudiengang "Bionik / Lokomotion in Fluiden" ergänzt. Inzwischen sind über 250 Absolventinnen und Absolventen mit Bachelor- und Masterabschlüssen aus dem Studiengang Bionik hervorgegangen. Leiterin der Fachrichtung Bionik ist Prof. Dr. Antonia B. Kesel.

Das Bionik-Studium an der Hochschule Bremen zeichnet sich durch eine inhaltliche Melange aus bio- und ingenieurwissenschaftlichen Inhalten aus. Darüber hinaus erfolgt die Ausbildung im Rahmen laufender Forschungsprojekte unter Verwendung modernster Methoden und Verfahren. Die Forschungsprojekte sind sowohl vor Ort als auch im Rahmen internationaler Forschungskooperationen angesiedelt. So gewährleistet der Hochschulstandort Bremen eine Ausbildung in und an den aktuellsten Themen, Institutionen sowie Projekten der Zukunftsdisziplin Bionik.

Durch das Bionik-Innovations-Centrum (B-I-C) der Hochschule Bremen der Hochschule Bremen wird der Ausbildungsbereich durch die Grundlagen- und angewandte Forschung flankiert. Weiterhin stützt und moderiert das B-I-C den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft, nicht zuletzt im Rahmen der nationalen und internationalen Vernetzung unterschiedlichster Akteure. Markant zunehmend sind auch die Aktivitäten im Bereich der Weiterbildung im Kontext des lebenslangen Lernens.

Einbindung und Kooperationen

Das B-I-C ist Mitglied im bundesdeutschen Bionik-Kompetenz-Netz BIOKON e.V., in dessen Vorstand Prof. Dr. Antonia B. Kesel, die Leiterin des B-I-C, vertreten ist. Im Vorstand der auf den europäischen Wirtschafts- und Wissenschaftsraum ausgerichteten Plattform BIOKON international e.V. sind zwei Vertreter der Fachrichtung Bionik aktiv, neben Frau Kesel noch Prof. Dr. Eize Stamhuis.

In Person von Frau Kesel wirkt das B-I-C in mehreren Gremien des Vereins deutscher Ingenieure VDI e.V. mit. Frau Kesel ist Vorsitzende des Bionik-Beirats sowie der VDI-Fachgesellschaft Technologies of Life Sciences (TLS). Als Kommissionsleiterin koordinierte sie die Erstellung der VDI-Richtlinien VDI 6221 (Bionik - Funktionale bionische Oberflächen) sowie VDI 6620 "Bionik: Konzeption und Strategie. Abgrenzung zwischen bionischen und konventionellen Verfahren/Produkten".

Durch die Ernennung von Frau Kesel zur 1. Vorsitzenden der Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik e.V. (GTBB) sind wichtige Aktivitäten der GTBB an die Hochschule Bremen gewechselt. Die Gesellschaft versteht sich als Schnittstelle zwischen Forschung, Lehre und Öffentlichkeit. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Alle zwei Jahre veranstaltet die GTBB an der Hochschule Bremen den stark beachteten Bionik-Kongress "Patente aus der Natur", der neben wissenschaftlich tätigen Bionik-Akteuren und Unternehmen aus In- und Ausland gerade auch Studierende der Bionik, Biologie und der übrigen MINT-Fächer adressiert.